Lawine Torrèn | Polyphem in der Schottergrube

Polyphem, der einäugige Riese aus Ovids Erzählung Acis und Galatea, ist der Titelheld einer neuen Sage, die am Abend des 18. September 2009 in einer Schottergrube nahe Ohlsdorf als Großraumperformance vor geladenen Gästen erzählt wird.

Aus Anlass des 50-jährigen Firmenjubiläums hat das international erfolgreiche Schotterunternehmen Asamer Stefan Aglassinger und Hubert Lepka beauftragt, dem 5000 Jahre alten Mythos der einäugigen Riesen nachzugehen und dabei den eigenen Maschinenpark, die Schottergrube und die Landschaft des Trauntales in einem Hybrid aus Film und Performance zeitgenössisch zu inszenieren.

Hubert Lepka: “Unsere künstlerische Idee ist es, einen Geschichtenschatz weiter zu entwickeln, der so alt ist, wie die Landschaft, die Schotterbänke der Umgebung von Gmunden selbst. Die Sage vom einäugigen Zyklopen ist vermutlich etliche tausend Jahre alt und könnte auf fossile Elefantenschädel zurückgehen, deren Rüsselöffnung wie ein zentrales Auge wirkt. Homer hat diesen Mythos jedenfalls nicht selbst erfunden, sondern in der Odyssee fortgeschrieben. und diese Story hat wiederum Ovid für Acis und Galatea aufgegriffen.”

Die etwa 30 minütige Performance lässt eine Schubraupe vom Typ Caterpillar D10 und einen riesigen Radlader die rolle der Zyklopen spielen. Odysseus kreuzt mit einem Convoy von Betonmischern durch Europa und Galatea liebt den Fluss Traun. “Menschen und Maschinen agieren dabei auf einer Bühne so groß wie die gesamte Schottergrube, sowie als Darsteller eines eigens dafür gedrehten Films, der via Videowall ins Live-Geschehen eingreift”, ergänzt der Filmregisseur Stefan Aglassinger.

Polyphem ist ein weiteres Beispiel dafür, wie zeitgenössische Kunstproduktion von Lawine Torrèn, die sich mit der evolutionären Entwicklung von Mythen beschäftigt, in einem wirtschaftlichen Zusammenhang funktioniert. “Als weltoffenem Unternehmen geht es Asamer anlässlich des Firmenjubiläums nicht nur um die Betrachtung der eigenen Geschichte, sondern auch um die Verortung in einer komplexen Welt, in der neben wirtschaftlicher Verantwortung auch ästhetische Fragen eine sensible Rolle spielen. Rirmenwerte, wie Präzision, Verlässlichkeit und Innovationskraft kommen in solch einem Unterfangen nicht nur ins Stammbuch, sondern auf einen real inszenierten Prüfstand. Für die Kunst entsteht dabei die spannende Herausforderung einer Choreographie von zeitgenössischem Tanz und Großmaschinen”, erklärt Regisseur Hubert Lepka die Hintergründe zu Polyphem.




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Polyphem in der Schottergrube

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